Tonleiter

E-Dur-Tonleiter: Noten & Fingersatz am Klavier

E-Dur-Tonleiter auf der Klaviatur: E – Fis – Gis – A – H – Cis – Dis – E. Acht nummerierte Tasten, weiße Markierungen unten und schwarze oben.
Stefan Ettinger
Stefan Ettinger
27. Februar 2025

Die E-Dur-Tonleiter auf dem Klavier besteht aus den Tönen E – Fis – Gis – A – H – Cis – Dis – E. Sie hat vier Kreuze: Fis, Cis, Gis und Dis. Die parallele Molltonart ist cis-Moll. Hier lernst du die Tasten, die Fingersätze für beide Hände und eine kurze Übung kennen.

Notenbild und Tastatur

E Dur Tonleiter Noten im Violinschlüssel mit allen sieben Tönen

Klaviatur mit farbig markierten Tasten der E Dur Tonleiter

Noten und Vorzeichen der E-Dur-Tonleiter

Die Tonleiter besteht aus sieben unterschiedlichen Tönen plus der Wiederholung des Grundtons eine Oktave höher. Wie jede Dur-Tonleiter folgt sie dem Muster:

Ganzton – Ganzton – Halbton – Ganzton – Ganzton – Ganzton – Halbton.

Stufe Ton Taste Abstand zum nächsten Ton
1 E weiß Ganzton
2 Fis schwarz Ganzton
3 Gis schwarz Halbton
4 A weiß Ganzton
5 H weiß Ganzton
6 Cis schwarz Ganzton
7 Dis schwarz Halbton
8 E weiß Ende der Oktave

Die vier Vorzeichen stehen in der Reihenfolge Fis, Cis, Gis, Dis am Anfang des Notensystems. Sie gelten in der jeweiligen Tonart für diese Töne in allen Oktaven, sofern kein Versetzungszeichen die betreffende Note verändert. Die Halbtonschritte liegen zwischen Gis und A sowie zwischen Dis und E.

Im Quintenzirkel findest du E-Dur vier Quintschritte im Uhrzeigersinn von C-Dur entfernt: C – G – D – A – E.

E-Dur im Violin- und Bassschlüssel

Die Tonfolge und die vier Kreuze bleiben in beiden Notenschlüsseln gleich. Der Schlüssel legt fest, welcher Ton zu welcher Linie oder welchem Zwischenraum gehört.

E-Dur-Tonleiter im Violinschlüssel

Das E direkt über dem mittleren C liegt auf der untersten Linie des Violinschlüssels. Von dort folgen Fis im ersten Zwischenraum, Gis auf der zweiten Linie und A im zweiten Zwischenraum. Die Vorzeichen am Zeilenanfang erinnern dich daran, F, C, G und D erhöht zu spielen.

E-Dur-Tonleiter im Bassschlüssel

Das E unter dem mittleren C liegt im dritten Zwischenraum von unten. Auch hier lautet die Tonfolge E – Fis – Gis – A – H – Cis – Dis – E. Die linke Hand kann dieselbe Tonleiter in einer tieferen Lage spielen.

Wenn du Linien und Zwischenräume noch unsicher zuordnest, beginne mit dem Leitfaden Noten lesen lernen. Lerne zuerst die Lage eines E und lies die benachbarten Töne schrittweise, statt die Tonfolge nur auswendig abzuspielen.

Fingersatz der E-Dur-Tonleiter

Ein geeigneter Fingersatz erleichtert eine gleichmäßige Bewegung über die Tastatur. Die folgenden Übungsfingersätze setzen den Daumen auf weiße Tasten. 1 = Daumen, 2 = Zeigefinger, 3 = Mittelfinger, 4 = Ringfinger, 5 = kleiner Finger.

Eine Oktave: rechte und linke Hand

Richtung / Hand E Fis Gis A H Cis Dis E
Aufwärts, rechts 1 2 3 1 2 3 4 5
Aufwärts, links 5 4 3 2 1 3 2 1
Richtung / Hand E Dis Cis H A Gis Fis E
Abwärts, rechts 5 4 3 2 1 3 2 1
Abwärts, links 1 2 3 1 2 3 4 5

Rechte Hand aufwärts: Nach Finger 3 auf Gis setzt du den Daumen auf A unter. Abwärts führt Finger 3 auf Gis über den Daumen, der zuvor A gespielt hat.

Linke Hand aufwärts: Nach dem Daumen auf H setzt du Finger 3 auf Cis über. Abwärts setzt du nach Finger 3 auf Cis den Daumen auf H unter.

Zwei Oktaven: den Übergang mitüben

Wenn du rechts weiter nach oben spielst, verwendest du auf dem mittleren E den Daumen, nicht den kleinen Finger. Links erhält dieses E Finger 1; auf dem nächsten Fis folgt Finger 4.

Ton aufwärts E Fis Gis A H Cis Dis E Fis Gis A H Cis Dis E
Rechte Hand 1 2 3 1 2 3 4 1 2 3 1 2 3 4 5
Linke Hand 5 4 3 2 1 3 2 1 4 3 2 1 3 2 1

Für den Rückweg über genau diese zwei Oktaven liest du Tonfolge und jeweilige Fingerreihe von rechts nach links. Übe zunächst nur den Übergang Dis – E – Fis – Gis und zurück, bevor du die ganze Strecke spielst.

Referenz für den Standardfingersatz: Piano Street – Major Scales for Piano, Seite 1, System „E Major“, zwei Oktaven. Die Ein-Oktaven-Übung endet rechts mit Finger 5; beim Weitergehen über die Oktave steht dort Finger 1.

Akkorde in E-Dur

Der E-Dur-Akkord besteht aus Grundton E, großer Terz Gis und Quinte H. Die drei Hauptdreiklänge der Tonart sind:

Funktion Akkord Töne
Tonika E-Dur E – Gis – H
Subdominante A-Dur A – Cis – E
Dominante H-Dur H – Dis – Fis

Spiele zunächst jeden Akkord einzeln. Verbinde anschließend E-Dur – A-Dur – H-Dur – E-Dur und höre, wie der letzte Akkord wieder zum Grundton zurückführt.

Umkehrungen des E-Dur-Dreiklangs

  • Grundstellung: E – Gis – H.
  • Erste Umkehrung: Gis – H – E.
  • Zweite Umkehrung: H – E – Gis.

In jeder Lage bleiben dieselben drei Tonklassen erhalten; nur der tiefste Ton wechselt. So kannst du Akkorde verbinden, ohne die Hand bei jedem Wechsel weit zu versetzen.

H7, E7 und Emaj7 unterscheiden

Der Dominantseptakkord H7 besteht aus H – Dis – Fis – A und kann nach E-Dur führen. E7 enthält dagegen E – Gis – H – D: Das D gehört nicht zur E-Dur-Tonleiter; E7 wird häufig als Dominante zu A-Dur verwendet. Emaj7 besteht aus E – Gis – H – Dis und verwendet ausschließlich Töne der E-Dur-Tonleiter.

Die parallele Molltonart: cis-Moll

E-Dur und natürliches cis-Moll haben dieselben vier Kreuze. Sie unterscheiden sich durch ihren Grundton und die Anordnung der Abstände von diesem Grundton aus:

  • E-Dur: E – Fis – Gis – A – H – Cis – Dis – E.
  • Natürliches cis-Moll: Cis – Dis – E – Fis – Gis – A – H – Cis.

Beim harmonischen cis-Moll wird H zu His erhöht; beim melodischen Moll können weitere Veränderungen hinzukommen. Diese Varianten darfst du nicht mit der natürlichen Molltonleiter gleichsetzen.

Vergleich: E-Dur und C-Dur

Die C-Dur-Tonleiter verwendet nur weiße Tasten, E-Dur vier schwarze Tasten. Beide haben dasselbe Dur-Intervallmuster und in der hier gezeigten Ein-Oktaven-Übung dieselben Fingerzahlen.

E-Dur ist deshalb nicht automatisch schwerer oder leichter: Die schwarzen Tasten bieten Orientierung, während das Lesen der vier Vorzeichen zunächst Übung verlangt. Entscheidend ist, dass du Tonfolge und Handbewegung bewusst miteinander verbindest.

Kurze Übung für E-Dur am Klavier

  1. Orientieren: Finde E, A und H. Das sind die drei weißen Tasten der Tonleiter. Spiele danach Fis, Gis, Cis und Dis einzeln.
  2. Rechts langsam spielen: Spiele eine Oktave aufwärts und abwärts. Wähle ein Tempo, in dem du jede Taste und jeden Finger kontrollieren kannst; 50 Schläge pro Minute mit einem Ton pro Schlag kann ein Ausgangspunkt sein.
  3. Den Wechsel isolieren: Wiederhole rechts Fis – Gis – A – H und zurück. Beobachte den Daumen auf A.
  4. Links getrennt üben: Spiele eine Oktave und wiederhole anschließend A – H – Cis – Dis und zurück. Der Daumen liegt beim Wechsel auf H.
  5. Erst dann verbinden: Wenn beide Hände einzeln sicher sind, spiele sie gemeinsam in Oktavlage. Steigere das Tempo nur, wenn Klang und Bewegung gleichmäßig bleiben.

Bei Spannung oder Schmerzen unterbrich die Übung. Ein schneller Durchlauf ist weniger wichtig als eine entspannte, kontrollierte Bewegung.

Häufige Fehler

  • D statt Dis: Prüfe besonders den Halbtonschritt Dis – E.
  • B statt H: Verwechsle die deutsche und internationale Benennung nicht.
  • Rechts Finger 5 auf dem mittleren E bei zwei Oktaven: Damit blockierst du den vorgesehenen Übergang. Dort steht Finger 1; Finger 5 kommt erst am oberen Ende.
  • Zu früh beide Hände zusammen: Übe zunächst die unterschiedlichen Übergänge jeder Hand.

Fazit

Vier Kreuze, drei weiße Tasten und klar definierte Übergänge: Wenn du die E-Dur-Tonleiter in kleine Abschnitte aufteilst, kannst du Tonfolge, Notenbild und Fingersatz gezielt verbinden. Nutze anschließend die Hauptakkorde und die kurze Improvisation, damit aus einer Tonleiter musikalisches Spielen wird.

Weitere Stufenakkorde in E-Dur

Neben den drei Hauptdreiklängen enthält E-Dur vier weitere leitereigene Dreiklänge. Bilde jeden Akkord, indem du vom jeweiligen Stufenton aus jeden zweiten Ton der Tonleiter verwendest:

Stufe Akkord Töne
I E-Dur E – Gis – H
II fis-Moll Fis – A – Cis
III gis-Moll Gis – H – Dis
IV A-Dur A – Cis – E
V H-Dur H – Dis – Fis
VI cis-Moll Cis – E – Gis
VII Dis vermindert Dis – Fis – A

Die Tastengruppen bewusst erkunden

In der Zweiergruppe nutzt E-Dur beide schwarzen Tasten, Cis und Dis. In der Dreiergruppe nutzt du die linke und mittlere schwarze Taste, Fis und Gis. E liegt unmittelbar rechts neben der Zweiergruppe; A und H umschließen die hier nicht gespielte schwarze Taste Ais.

Finde zunächst E in mehreren Oktaven. Spiele dann die vier schwarzen Töne und die drei weißen Töne E, A, H getrennt, bevor du die vollständige Tonleiter verbindest. Du kannst die Tasten dabei einzeln mit einem Zeigefinger suchen; das ist eine Orientierungsübung, kein Ersatz für den Tonleiter-Fingersatz.

Als zusätzliche Hörübung spiele nacheinander die Tonpaare E–Gis, Fis–A, Gis–H, A–Cis, H–Dis, Cis–E und Dis–Fis. Das sind aufeinanderfolgende Terzen der Tonleiter, keine vollständige Tonleiter mit dem Ein-Oktaven-Fingersatz.

E-Dur im Repertoire hören

Beethovens Klaviersonate op. 14 Nr. 1 steht in E-Dur. Auch Bachs Wohltemperiertes Klavier enthält Präludien und Fugen in E-Dur. Höre, wie die Stücke zur Tonika zurückkehren; die Kenntnis der Tonleiter macht diese Werke nicht automatisch zu Anfängerübungen.

Noten am Klavier sicher lesen lernen

Tonleitern sind ein wichtiger Baustein – aber das Lesen im Violin- und Bassschlüssel braucht ebenfalls Übung. Im NotenFit Online-Kurs lernst du Noten als Bildsprache kennen. Die Grundlagen zu Notensystem, Schlüsseln und Notenwerten findest du im Leitfaden Noten lesen lernen.

Häufig gestellte Fragen zur E-Dur-Tonleiter

Welche Noten hat die E-Dur-Tonleiter?

E – Fis – Gis – A – H – Cis – Dis – E. Wir verwenden die deutsche Bezeichnung H; international heißt dieser Ton B.

Welche Vorzeichen hat E-Dur?

Vier Kreuze: Fis, Cis, Gis und Dis. Die Halbtonschritte liegen zwischen Gis und A sowie Dis und E.

Welcher Fingersatz gilt für eine Oktave?

Aufwärts spielt die rechte Hand 1–2–3–1–2–3–4–5, die linke Hand 5–4–3–2–1–3–2–1. Abwärts kehrst du jeweils die Reihenfolge um. Für mehrere Oktaven beachtest du die Übergänge in der Tabelle.

Was ist die parallele Molltonart von E-Dur?

cis-Moll. Die natürliche cis-Moll-Tonleiter hat dieselben vier Vorzeichen wie E-Dur.

Was sind die Hauptakkorde in E-Dur?

E-Dur als Tonika, A-Dur als Subdominante und H-Dur als Dominante. Der Dominantseptakkord H7 ergänzt den H-Dur-Dreiklang um A.

Verwandte Tonleitern und Grundlagen

Vergleiche die Tonfolge und Vorzeichen mit verwandten Tonarten:

Auf E-Dur folgt auf der Kreuz-Seite H-Dur; zurück geht es zu A-Dur.

Fachliche Grundlagen zu Intervallen und Vorzeichen: Open Music Theory – Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures. Zur parallelen Molltonart: Open Music Theory – Minor Scales. Im englischen Text entspricht „relative minor“ der deutschen parallelen Molltonart.

Tonleiter E-Dur Fingersatz Akkorde Übungen
Stefan Ettinger

Stefan Ettinger

Klavierlehrer seit über 20 Jahren mit mehr als 300 Schülern.

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