Die A Dur Tonleiter bringt im Vergleich zur C Dur Tonleiter ein anderes Tastaturmuster mit sich. Während C Dur nur aus weißen Tasten besteht, begegnen uns in A Dur drei Vorzeichen: Fis, Cis und Gis. Das bedeutet, dass drei der weißen Tasten, die wir aus C Dur kennen, nun durch schwarze ersetzt werden. Ein bewusster Blick auf die Tastatur hilft dir, dieses Muster zu erkennen.
Notenbild und Tastatur


Kurzüberblick: A – H – Cis – D – E – Fis – Gis – A. Vorzeichen: drei Kreuze, in der Reihenfolge Fis, Cis, Gis. Parallele Molltonart: fis-Moll.
Die Töne von A Dur
Die A Dur Tonleiter besteht aus den folgenden Tönen:
A – H – Cis – D – E – Fis – Gis – A
Ein wichtiger Hinweis zur Schreibweise: Wir verwenden die deutschen Notennamen. Das deutsche H heißt in englischer Notation B, während das deutsche B dort als B♭ (B flat) bezeichnet wird.
Wenn wir uns das Muster auf der Tastatur anschauen, erkennen wir eine interessante Aufteilung zwischen weißen und schwarzen Tasten. Zu Beginn haben wir ein kleines Tal aus zwei weißen Tasten (A und H), bevor mit Cis die erste schwarze Taste erscheint – ein erster kleiner Berg. Danach folgen wieder zwei weiße Tasten (D und E), bevor wir diesmal zwei schwarze Tasten hintereinander haben: Fis und Gis. Zum Abschluss kehren wir wieder auf A zurück.
Die Halbtonschritte liegen zwischen Cis und D sowie Gis und A, also auf den Stufen 3–4 und 7–8. Insgesamt gilt die Dur-Schrittfolge Ganzton–Ganzton–Halbton–Ganzton–Ganzton–Ganzton–Halbton.
Das Muster der schwarzen Tasten
Ein hilfreicher Blickwinkel ist, sich die Position der schwarzen Tasten bewusst zu machen. In A Dur nutzen wir:
- Cis , die linke Taste aus der Gruppe der zwei schwarzen Tasten
- Fis und Gis , die linke und mittlere Taste aus der Gruppe der drei schwarzen Tasten
Auffällig ist dabei die Regelmäßigkeit: In jeder Gruppe gehört die letzte schwarze Taste nicht zur A-Dur-Tonleiter.
- Bei der 2er-Gruppe der schwarzen Tasten fehlt das Dis.
- Bei der 3er-Gruppe der schwarzen Tasten fehlt das Ais.
Stattdessen werden diese Lücken von weißen Tasten umschlossen. A und H umschließen das nicht verwendete Ais, D und E umschließen das nicht verwendete Dis.
Diese Struktur kann dir helfen, dich trotz der drei Vorzeichen auf der Tastatur zu orientieren.
Der Fingersatz für A Dur
Ein guter Fingersatz hilft dabei, die A Dur Tonleiter flüssig und entspannt zu spielen. Die folgenden Angaben zeigen beide Hände für eine Oktave aufwärts und abwärts.
Fingersätze für genau eine Oktave
1 = Daumen, 2 = Zeigefinger, 3 = Mittelfinger, 4 = Ringfinger, 5 = kleiner Finger. Die Tabellen zeigen eine abgeschlossene Oktave, erst aufwärts und dann zurück. Spiele zunächst jede Hand einzeln.
| Aufwärts | A | H | Cis | D | E | Fis | Gis | A |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechte Hand | 1 | 2 | 3 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| Linke Hand | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 3 | 2 | 1 |
| Abwärts | A | Gis | Fis | E | D | Cis | H | A |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechte Hand | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 3 | 2 | 1 |
| Linke Hand | 1 | 2 | 3 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
Der Daumen spielt rechts A und D, links E und A – jeweils weiße Tasten. Das ist eine Übehilfe für diese Tonleiter, kein allgemeines Verbot schwarzer Daumentasten in Musikstücken.
Für mehrere Oktaven gelten teilweise andere Übergangs- oder Schlussfinger. Wiederhole deshalb nicht einfach den Ein-Oktaven-Fingersatz. Die Zwei-Oktaven-Fassung findest du in der unten genannten Piano-Street-Referenz.
Referenz für diese Ein-Oktaven-Tabellen: Best Piano Class – Scale Fingerings, Seite 1. Gegenprüfung mit Laura Harmon – Major One Octave Scales. Dort sind englische Tonbezeichnungen verwendet: B bedeutet deutsches H, B♭ deutsches B; enharmonische Schreibweisen nutzen dieselben Klaviertasten.
Für Notenbild und zwei Oktaven: Piano Street – Major Scales for Piano, Seite 1, System „A Major“. Veröffentlichte Anfangs- und Schlussfinger können variieren; die Tabelle oben verwendet durchgehend die genannte Ein-Oktaven-Konvention.
Ein Tipp: Spiele die Tonleiter langsam und gleichmäßig, bevor du das Tempo steigerst. Übe jede Hand zunächst einzeln.
Die Akkorde in A Dur
Jede Dur-Tonleiter bringt eine bestimmte Struktur mit sich, die für Harmonien und Akkordfolgen wichtig ist. In A Dur lauten die leitereigenen Dreiklänge auf den einzelnen Stufen:
- I: A-Dur (Tonika): A – Cis – E
- ii: h-Moll (Subdominantparallele): H – D – Fis
- iii: cis-Moll (Dominantparallele): Cis – E – Gis
- IV: D-Dur (Subdominante): D – Fis – A
- V: E-Dur (Dominante): E – Gis – H
- vi: fis-Moll (Tonikaparallele): Fis – A – Cis
- vii°: Gis vermindert: Gis – H – D
Diese Akkorde sind wichtig für das Harmonisieren von Melodien in A Dur. Besonders die Dominante E-Dur spielt eine zentrale Rolle: Sie kann Spannung aufbauen, die sich zur Tonika A-Dur auflöst. Die parallele Molltonart fis-Moll teilt die drei Kreuze mit A-Dur; ihre natürliche Tonleiter beginnt auf Fis.
A Dur in Liedern und eigenen Übungen
Die A Dur Tonleiter wird in vielen Musikstilen verwendet, von Klassik über Pop bis Rock. Bei bekannten Liedern hängt die gespielte Tonart von der Aufnahme oder dem Arrangement ab. Prüfe deshalb die konkrete Notenausgabe, statt aus dem Titel auf A-Dur zu schließen.
Kurze Übung am Klavier
Spiele A – H – Cis – D – E – Fis – Gis – A mit einer Hand in langsamen Viertelnoten aufwärts und wieder abwärts. Achte besonders auf Cis–D und Gis–A. Spiele anschließend die Akkordfolge A-Dur – D-Dur – E-Dur – A-Dur mit den Tönen aus der Liste oben. Wenn gleichzeitige Dreiklänge noch schwierig sind, spiele ihre Töne nacheinander.
Fazit – Die A Dur Tonleiter
A Dur mag auf den ersten Blick durch ihre drei Vorzeichen etwas anspruchsvoller erscheinen als C Dur. Wenn man die Struktur der Tonleiter erkennt – mit ihren schwarzen und weißen Bergen und Tälern –, ergibt sich jedoch ein übersichtliches Muster. Die Tonleiter und ihre Dreiklänge bieten eine Grundlage für das Spielen von Stücken, für Improvisationen und für eigene Kompositionen.
A-Dur lesen: Tonabstände und Notenschlüssel
Die folgende Übersicht ordnet jedem Ton den Abstand zum nächsten Ton zu:
| Stufe | Ton | Abstand zum nächsten Ton |
|---|---|---|
| 1 | A | Ganzton |
| 2 | H | Ganzton |
| 3 | Cis | Halbton |
| 4 | D | Ganzton |
| 5 | E | Ganzton |
| 6 | Fis | Ganzton |
| 7 | Gis | Halbton |
| 8 | A | Ende der Oktave |
Orientierung im Violin- und Bassschlüssel
Im Violinschlüssel liegt das eingestrichene a′ im zweiten Zwischenraum von unten, nicht unter der ersten Notenlinie. Im Bassschlüssel liegt das eine Oktave tiefere kleine a auf der obersten Notenlinie. Suche diese beiden Ausgangstöne in einer Notenausgabe und verfolge von dort die aufsteigende Tonleiter.
Die Schlüssel legen die Tonhöhen fest, nicht die spielende Hand: Am Klavier steht die rechte Hand häufig im Violin- und die linke im Bassschlüssel, aber beide Hände können auch in anderen Schlüsseln notiert sein.
Kreuzreihenfolge und Geltung der Vorzeichnung
Die vollständige Kreuzreihenfolge lautet Fis – Cis – Gis – Dis – Ais – Eis – His. A-Dur verwendet die ersten drei Kreuze. Ihre Positionen im Notensystem unterscheiden sich je nach Schlüssel; die betroffenen Tonnamen bleiben gleich.
Die Vorzeichnung gilt für F, C und G in allen Oktaven, bis eine neue Tonartvorzeichnung gilt. Lokale Versetzungszeichen können diese Vorgabe zeitweise ändern. Prüfe deshalb auch die Zeichen direkt vor den Noten.
Die natürliche fis-Moll-Tonleiter
Vom gemeinsamen Tonvorrat aus ergibt sich Fis – Gis – A – H – Cis – D – E – Fis. Spiele diese Folge langsam und höre auf Fis als neuen Grundton. Diese Tonfolge beschreibt natürliches fis-Moll; harmonisches und melodisches Moll verändern einzelne Stufen.
Kleine Entdeckungsübungen auf der Tastatur
Schwarze Tasten, weiße Tasten und Grundton
- Suche Cis, Fis und Gis in einer bequem erreichbaren Lage. Spiele sie nacheinander und wechsle dabei zwischen den Händen. Wiederhole die Suche eine Oktave höher.
- Spiele entsprechend die weißen Töne A, H, D und E. Benenne jeden Ton und prüfe seine Position zur schwarzen Zweier- oder Dreiergruppe.
- Finde A in drei benachbarten Oktaven. Spiele die Töne einzeln, abwechselnd mit links und rechts, ohne weit greifen zu müssen.
Kurze Schleifen für die Koordination
Übe H – Cis – D – Cis – H langsam mit jeder Hand einzeln und den passenden Fingern aus der Ein-Oktaven-Tabelle. Wiederhole die Schleife dreimal, mit einer kurzen Pause dazwischen. Verbinde danach beide Hände im Abstand einer Oktave. Probiere ebenso Fis – Gis – A – Gis – Fis am oberen Ende der Übeoktave. So übst du jeweils auch die absteigende Richtung, ohne sofort die ganze Tonleiter wiederholen zu müssen.
A-Dur mit anderen Tonarten vergleichen
- D-Dur: Zwei Kreuze statt drei. Gegenüber A-Dur steht G statt Gis; die übrigen sechs Töne sind gleich.
- E-Dur: Vier Kreuze statt drei. Gegenüber A-Dur kommt Dis statt D hinzu. D-Dur und E-Dur sind die direkten Nachbarn von A-Dur im Quintenzirkel.
- F-Dur: Ein B-Vorzeichen; die Töne lauten F – G – A – B – C – D – E – F. Vergleiche hier besonders deutsches B mit dem H in A-Dur.
- H-Dur: Fünf Kreuze: Fis, Cis, Gis, Dis und Ais. Gegenüber A-Dur ändern sich D zu Dis und A zu Ais.
Mehr Kreuze bedeuten nicht automatisch einen helleren Klang oder einen schwierigeren Fingersatz.
Hörbeispiele in A-Dur
- Mozart: Klaviersonate Nr. 11 in A-Dur, KV 331. Die Sonate steht insgesamt in A-Dur; das bekannte Finale „Alla turca“ steht jedoch in a-Moll und enthält auch A-Dur-Abschnitte. Der Werktitel legt also nicht die Tonart jedes Satzes fest.
- César Franck: Sonate in A-Dur für Violine und Klavier. Höre auf das Zusammenspiel beider Instrumente; es handelt sich nicht um ein einfaches Klaviersolostück.
Diese Werke sind Hör- und Analysebeispiele, keine Anfängerempfehlungen zum Nachspielen.
Noten am Klavier sicher lesen lernen
Tonleitern sind ein wichtiger Baustein – aber das eigentliche Lesen der Noten am Klavier (Violin- und Bassschlüssel, Muster, Sprungweiten) braucht Training. Wenn dir das Notenlesen generell schwerfällt, schau dir den NotenFit Online-Kurs an: 15 Module, 92 Lektionen, mit denen du Noten als Bildsprache statt Buchstabe für Buchstabe begreifst. Die Grundlagen – Notensystem, Schlüssel und Notenwerte – findest du Schritt für Schritt in meinem Leitfaden Noten lesen lernen.
Häufig gestellte Fragen zur A Dur Tonleiter
Welche Vorzeichen hat die A Dur Tonleiter?
Die A Dur Tonleiter hat drei Kreuze: Fis, Cis und Gis, in dieser Reihenfolge in der Tonartvorzeichnung.
Warum klingt A Dur wie eine Dur-Tonleiter?
Entscheidend ist die Abfolge der Ganz- und Halbtonschritte, nicht das Verhältnis weißer und schwarzer Tasten. A-Dur hat dieselbe Schrittfolge wie jede andere Dur-Tonleiter; die Halbtonschritte liegen bei Cis–D und Gis–A.
Welche Molltonart gehört zu A Dur?
Die parallele Molltonart ist fis-Moll. Beide Tonarten haben dieselbe Vorzeichnung mit Fis, Cis und Gis.
Gibt es einfache Lieder in A Dur?
Einfache Melodien wie „Bruder Jakob“ lassen sich nach A-Dur übertragen. Ob eine bestimmte Notenausgabe in A-Dur steht und leicht spielbar ist, musst du am Arrangement prüfen.
Warum fehlen in der A Dur Tonleiter Dis und Ais?
Vom Grundton A aus erfüllen H und D die Dur-Schrittfolge. Ais statt H oder Dis statt D würde die nötigen Tonabstände verändern. Deshalb gehören diese beiden schwarzen Tasten nicht zur A-Dur-Tonleiter.
Welcher Fingersatz ist für A Dur auf dem Klavier geeignet?
Nutze für jede Hand die Angaben im Fingersatzabschnitt. Die Tabellen zeigen eine Oktave aufwärts und abwärts; achte auf die jeweilige Spielrichtung.
Verwandte Tonleitern und Grundlagen
Vergleiche die Tonfolge und Vorzeichen mit verwandten Tonarten:
Fachliche Grundlagen zu Intervallen und Vorzeichen: Open Music Theory – Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures. Zur parallelen Molltonart: Open Music Theory – Minor Scales. Im englischen Text entspricht „relative minor“ der deutschen parallelen Molltonart.